Estnischer Kochabend in Jena

Wenn in Jena über 50 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt zusammen kommen, dann ist das ein eindeutiges Anzeichen für einen Länderkochabend. So auch am 10. November diesen Jahres, als die Jenaer JEFer zusammen mit dem JISK und mit freundlicher Unterstützung der International Scouts einen entsprechenden Abend organisiert haben. Unter dem Motto „Potpourri Baltikum“ wollen die beiden Hochschulgruppen die Kultur der drei baltischen Staaten genauer beleuchten und wie ginge dies besser, als über kulinarische Eindrücke.

Das erste der drei Länder war an diesem Abend Estland.
Zusammen mit der aus Tallin stammenden Leene kochten die Teilnehmer der Veranstaltung verschiedene estnische Gerichte. Jeder wurde zur Mithilfe eingeladen und so konnten sich bereits von Anfang an Gespräche und Kontakte entfalten. In lockerer Atmosphäre entstanden so Vor-, Haupt- und Nachspeise, die im Anschluss natürlich gegessen werden konnten. Während der Verköstigung lud Leene die Teilnehmer zu einer kleinen Reise durch ihr Land ein. In einem informativen und kurzweilig erzählten Vortrag erwähnte sie viele Punkte rund um Estland. So machte sie z.B. auf die Geselligkeit und Naturverbundenheit der Esten aufmerksam, die regelmäßig in Massenzusammenkünfte münden, bei denen umfassend gesungen und getanzt wird. Weiterhin verwies sie auf die schwere estnische Sprache, die in einer Sprachfamilie mit der finnischen und der ungarischen ist. Ganze 14 Fälle und Wörter mit neun Silben verdeutlichten diese Aussage. Da die Esten nur ein kleines Volk seien, freuen sie sich umso mehr, wenn ein Ausländer ihre Sprache erlerne.
Allerdings sprach Leene nicht nur positive Dinge im Zusammenhang mit ihrem Heimatland an. Sie verwies auf die fast 800 Jahre anhaltende Besatzung durch die Dänen, die Schweden, die Deutschen und zuletzt die Sowjets. Dabei machte sie darauf aufmerksam, dass immer noch aus der sowjetischen Zeit stammende Menschen in Estland wohnen, die es verweigern, die estnische Sprache zu erlernen. Diese Parallelgesellschaften seien nicht so schön. Weiterhin berichtete sie, dass es in Estland einen hohen Alkoholkonsum sowie eine hohe HIV-Rate gebe. Beides sei u.a. durch die langanhaltenden, kalten und dunklen Winter zu erklären. Trotz der kritischen Punkte ließ Leene keine Zweifel aufkommen, dass Estland für sie etwas Besonderes sei und das es sich lohne, nicht nur die Hauptstadt zu besuchen, sondern auch die schönen Küsten. Am Ende des Vortrages lud sie die Gäste noch dazu ein, einer beliebten estnischen Sportart mit dem Namen „Frauen tragen“ auszuprobieren. Eindrücke davon und vom Rest des Abends liefern euch die Bilder.
Insgesamt war es ein sehr lustiger, leckerer und informativer Abend und wir freuen uns schon auf das lettische und litauische Pendant.

Marc Schleicher (JEF Jena)

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